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Solmucol Granulat und Aerosol
 
 
Was ist Solmucol und wann wird es angewendet?
Solmucol enthält als Wirkstoff Acetylcystein, ein schleimlösendes Mittel, das den festen und zähen, schwer auszuhustenden Schleim, der bei Atemwegserkrankungen typisch ist, löst, den Auswurf des im Hals und Bronchien festsitzenden Schleimes fördert und den Hustenreiz stillt. Dadurch wird die Atmung erleichtert. Solmucol ist zur Behandlung von Atemwegserkrankungen, die mit festem und zähem Schleim einhergehen, indiziert, wie zum Beispiel bei Erkältungskrankheiten, akuter und chronischer Bronchitis oder Grippe.
Solmucol kann auch auf Verschreibung des Arztes oder auf Empfehlung eines Apothekers bei Rachenschleimhaut-, Kehlkopfschleimhaut-, Luftröhren- und Nasennebenhöhlenentzündung sowie bei Bronchialasthma oder zur unterstützenden Behandlung einer angeborenen Stoffwechselstörung, Mukoviszidose (oder zystische Fibrose) genannt, die durch eine vermehrte Bildung von besonders zähflüssigem Schleim in den Atem- und Verdauungsorganen charakterisiert ist, angewendet werden.

Was sollte dazu beachtet werden?
Die Wirkung von Solmucol wird durch reichliches Trinken gefördert.
Weil das Rauchen zu einer übermässigen Ansammlung von Bronchialschleim beiträgt, können Sie die Wirkung von Solmucol unterstützen, indem Sie auf das Rauchen verzichten.

Wann darf Solmucol nicht angewendet werden?
Solmucol darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit (Allergie) gegen den Wirkstoff, oder einen in dem Medikament enthaltenen Hilfsstoff, bei Magendarmgeschwür oder während der Stillzeit.
Wegen ihres Sorbitol-Gehaltes (eines Zuckers, der im Körper zu Fruktose umgewandelt wird), sind die Lutschtabletten von Solmucol nicht für Patienten geeignet, die eine Fruktose-Intoleranz
(Allergie) aufweisen, wie im Falle von einer seltenen angeborenen Zucker-Stoffwechselstörung. Wegen ihres hohen Wirkstoffgehaltes darf Solmucol 600 nicht zur Behandlung von Kindern unter 12 Jahren verwendet werden. Ausserdem darf Solmucol nicht zusammen mit hustenstillenden Mitteln verwendet werden.
Durch eine zu starke Unterdrückung des Hustenreflexes kann sonst der durch Solmucol verflüssigte Schleim nicht ausgehustet werden, was zu einem gefährlichen Sekretstau mit der Gefahr einer Atemwegsinfektion und eines Bronchialkrampfes führen kann.
Ihr Arzt weisst, was in solchen Fällen zu tun ist.

Wann ist bei der Anwendung von Solmucol Vorsicht geboten?
Wenn Sie schon einmal nach der Einnahme eines acetylcysteinhaltigen Präparates (Wirkstoff von Solmucol) mit Atembeschwerden oder Hautausschlägen reagiert haben, sollten Sie vor der Einnahme dieses Medikaments unbedingt Ihren Arzt, Apotheker oder Drogisten informieren. Wenn Sie an Bronchialasthma leiden oder wenn bei Ihnen die Gefahr von Blutungen im Magen-Darm-Bereich(zum Beispiel bei Magendarmgeschwüren oder bei Varizen der Speiseröhre) besteht, sollten Sie Solmucol nur unter ärztlicher Kontrolle einnehmen. Die gleichzeitige Einnahme bestimmter Medikamente kann zur gegenseitigen Beeinflussung der Wirkungen führen. So kann die Wirkung gewisser Mittel gegen die Verengung der Atemwege (Bronchodilatatoren) sowie der bei Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefässe verwendeten Präparate (Nitroglyzerin bei Angina pectoris) durch Solmucol verstärkt werden.
Wenn Sie (auf Verschreibung des Arztes) auch bestimmte Antibiotika einnehmen müssen, sollten Sie zwischen der Einnahme dieser Antibiotika und Solmucol einen zeitlichen Abstand von mindestens zwei Stunden einhalten. Ihr Arzt, Apotheker oder Drogist kann Ihnen Auskunft geben, welche Antibiotika betroffen sind. Gleichzeitige Verabreichung eines Mittels gegen den Husten: siehe "Wann darf Solmucol nicht angewendet werden?".
Informieren Sie Ihren Arzt, Apotheker oder Drogisten, wenn Sie an anderen Krankheiten leiden, Allergien haben oder andere Medikamente (auch selbstgekaufte!) einnehmen.

Darf Solmucol während der Schwangerschaft oder in der Stillzeit angewendet werden?
Wenn Sie schwanger sind oder es werden möchten, oder wenn Sie Ihr Kind stillen, sollten Sie vorsichtshalber möglichst auf die Einnahme von Arzneimitteln verzichten. Es ist bisher noch nicht bekannt, ob der Wirkstoff von Solmucol auf das ungeborene Kind oder den Säugling unerwünschte Wirkungen haben kann.
Deshalb sollten Sie dieses Medikament in der Schwangerschaft nur einnehmen, wenn es Ihnen der Arzt ausdrücklich empfohlen hat. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie während der Behandlung mit Solmucol schwanger werden sollten. Müssen Sie Solmucol während der Stillzeit zwingend einnehmen, so sollten Sie Ihr Kind vorsichtshalber nicht stillen.

Wie verwenden Sie Solmucol?
Falls vom Arzt nicht anders verordnet, sind folgende Dosierungen empfohlen:
Erwachsene und Kinder über 12 Jahre: 600 mg am Tag, entsprechen einem Granulat-Beutel zu 200 mg, dreimal täglich; oder zwei Granulat-Beuteln zu 100 mg, dreimal täglich.
Patienten über 12 Jahre können die tägliche Dosierung auch mit einem einzigen Beutel zu 600 mg, einmal täglich, vorzugsweise abends, einnehmen.
Kinder von 2 Jahre bis 12 Jahre: einen Granulat-Beutel zu 100 mg, dreimal täglich oder eine Lutschtablette zu 100 mg, dreimal täglich Kinder von 1 Jahr bis 2 Jahre: 1/2 Granulat-Beutel zu 100 mg, dreimal täglich.
Kinder unter 1 Jahr und Säuglinge: Solmucol ist nur unter ärztlicher Aufsicht im Krankenhaus anzuwenden.
Wenn zum Beispiel bei Erkältungshusten, die übermässige Schleimbildung nach einer Behandlungswoche nicht zurückgeht, sollte der Arzt zu Rate gezogen werden, damit er die Ursache genauer abklärt und zum Beispiel eine bösartige Erkrankung der Atemwege ausschliessen kann.
Mukoviszidose: die oben angegebene Dosierung befolgen.
Wegen der Schwere der Erkrankung kann der Arzt, dem Patientenzustand entsprechend, eine unterschiedliche Dosierung verschreiben.
Anwendung:
Beutel: Den Inhalt in ein leeres Glas geben und in etwas Wasser lösen.
Lutschtabletten: langsam im Mund zergehen lassen.
Es wird empfohlen, keine andere Medikamente gleichzeitig mit Solmucol einzunehmen.
Die Wirkung von Solmucol zeigt sich 2 bis 3 Tagen nach Behandlungsbeginn.
Beim Öffnen des Beutels oder des Blisters ist ein leichter Schwefelgeruch wahrnehmbar. Dieser ist typisch für Acetylcystein, es weist auf keine Veränderung des Produktes hin und beeinflusst die Wirkung des Medikamentes nicht.
Ändern Sie nicht von sich aus die verschriebene Dosierung.
Wenn Sie glauben, das Medikament wirke zu schwach oder zu stark, so sprechen Sie mit Ihrem Arzt, Apotheker oder Drogisten.

Welche Nebenwirkungen kann Solmucol haben?
Unerwünschte Nebenwirkungen nach Einnahme von Solmucol sind selten und äussern sich in Magen-Darmstörungen (Sodbrennen, Übelkeit, Erbrechen oder Diarrhöe) oder in Hautausschlag, Kopfschmerzen, Fieber und Ohrensausen.
Bei dafür veranlagten Personen kann es zu allergischen Reaktionen der Haut (Hautausschlag und Juckreiz) und der Atmungsorgane (Atmungsbeschwerden, Bronchospasmen) kommen.
In diesem Fall müssen Sie die Behandlung mit Solmucol sofort abbrechen und Ihren Arzt aufsuchen.
Wie vermutlich bei allen Präparaten, die den Wirkstoff Acetylcystein enthalten, kann der Atem - wahrscheinlich durch Abspalten von Schwefelwasserstoff aus dem Wirkstoff - vorübergehend einen unangenehmen Geruch bekommen.

Was ist ferner zu beachten?
Solmucol soll vor Licht und Wärme (unter 25°C) geschützt
sowie ausserhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden.
Das Medikament darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit "EXP" bezeichneten Datum verwendet werden. Da Solmucol keine diabetogenen Süssstoffe enthält, kann es von Diabetikern eingenommen werden. Dennoch sollte es beachtet werden, dass jede Lutschtablette oder jeder Granulat-Beutel einen Kaloriengehalt von insgesamt 5 kcal oder 21 kJ (Solmucol 100, Granulat und Lutschtabletten) bzw. 4.6 kcal oder 19 kJ (Solmucol 200 Granulat) bzw. 8 kcal oder 34 kJ (Solmucol 600, Granulat) hat.
Bitte bringen Sie Medikamente, deren Verfalldatum abgelaufen ist, in die Apotheke oder Drogerie zur Entsorgung zurück.
Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt, Apotheker oder Drogist, der über ausführliche Fachinformationen verfügen.

Was ist in Solmucol enthalten?
Solmucol Granulat: Beutel zu 100, 200 und 600 mg N-Acetylcystein. Hilfsstoffe: Xylitol, Saccharin, Orangenaroma.
Solmucol Lutschtabletten: Lutschtabletten zu 100 mg N-Acetylcystein. Hilfsstoffe: Xylitol, Sorbitol, Orangenaroma.

Wo erhalten Sie Solmucol?
Welche Packungen sind erhältlich?

In der Apotheke und Drogerie, ohne ärztliches Rezept.
Solmucol Granulat: 20 Beutel zu 100 mg, 20 und 40 Beutel zu 200 mg, 7, 10,14  und 90 Beutel zu 600 mg.
Solmucol Lutschtabletten: 24 Lutschtabletten zu 100 mg.

Vertriebsfirma:
IBSA Institut Biochimique SA, 6903 Lugano.

Diese Packungsbeilage wurde im August 1998 letztmals durch die Arzneimittelbehörde (IKS) geprüft.